Mit Entsetzen habe ich in der Presse von den brennenden 30 Containern gelesen. Ein ebensolches Ärgernis ist die Telefonzelle an der Sparkasse Plovdiver Straße in Grünau welche in regelmäßigen Abständen zerstört wird. Was für eine Zerstörungswut müssen diese Jugendlichen haben. Sicher war ich auch mal jung und die Zeiten waren anders ( heute 61 ). Blödsinn wurde schon immer von jungen Heranwachsenden verzapft, auch von mir. Doch in diesen Dimensionen ist dies für mich einfach nur erschreckend. Bei solchen Vorkommnissen wird als Erstes immer darauf hingewiesen, dass wir eine hohe Jugendarbeitslosigkeit haben (was ja stimmt). Daraus wird dann geschlussfolgert, dass sie deswegen nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen.
Als Erstes muss man fragen ob all diese Jugendlichen Elternhaben, welche mit deren Erziehung überhaupt nicht mehr klar kommen??? Als Zweites möchte ich zu dem Problem „Freizeit“ folgendes anführen. Es gibt in Leipzig Grünau und auch in jedem der weiteren anderen Stadtteile unzählig viele Möglichkeiten sich in der Freizeit aktiv und sinnvoll zu beschäftigen. Eine große Anzahl von Sportverbänden, Vereinen, Quartiersläden in den Stadtbezirken für Bürgerarbeit/Gemeinwesenarbeit und weitere Einrichtungen, stehen Jugenlichen auch mit nicht viel Geld oder kostenlos zur Verfügung.
Selbst wenn es nun noch mehr von solchen Einrichtungen gäbe glaube ich deshalb aber noch nicht, dass man diese Jugendlichen erreichen würde. Hier fehlt Aufklärung von allen Beteiligten, welche zu diesen Jugendlichen einen Zugang haben. Man muss mit ihnen sprechen und ihnen glaubhaft aufzeigen, dass auch sie, selbst bei Arbeitslosigkeit Chancen und Möglichkeiten haben um ihr Leben zu meistern. Dies erfordert Zeit und Geduld, was sich aber auf jeden Fall, wenn auch nicht gleich morgen, für sie auszahlen wird. Jugendlichen müssen begreifen, auch wenn es für sie nicht immer so aussieht, dass sie für ihr Leben selbst verantwortlich sind.
Dies ist eine Aufgabe, der sich alle in der Gesellschaft lebenden Menschen immer wieder stellen sollten, auch wenn sie selbst keine Kinder mehr in diesem Alter haben.